Geschichte

Die Geschichte

 Zeichnen für alle

Die MISSION geht zurück auf die Kunstaktion "Passion Impossible - 7 Tage Notruf für Deutschland", die von Christoph Schlingensief in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg vom 16. bis 22. Oktober 1997 in der ehemaligen Polizeiwache 11 an der Kirchenallee inszeniert wurde.

Die damals begonnenen Außenaktionen, wie der gemeinsame Besuch des Dianetik-Zentrums der Scientology-Kirche oder des unterirdischen Luft- schutzbunkers am Hamburger Hauptbahnhof, als fester Teil des Program- mes, wurden später vom "Goldenen Engel - Arme helfen Reichen" (Pudel Club) und "Mission Direkt" weitergeführt.

Nach 10 Tagen wurde das Projekt nicht aufgegeben, sondern es kam zur ungeplanten "Stabübergabe" an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg sowie an eine Reihe Hamburger Kulturinstitutionen wie Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Hochschule für Bildende Künste, Literaturhaus, Thalia Theater, Golden Pudel Club, Die-Schöne-Abend-Show sowie die Medien taz-Hamburg, Hamburger Rundschau, Hamburg 19, die feste Patenschaften für jeweils einen Wochentag übernahmen, und so den Betrieb und das kulturelle Programm gewährleisteten. Zu diesem Zeitpunkt zog die MISSION nach einem kurzen Gastspiel in der Kantine des Deutschen Schauspielhaus Hamburg in den ehemaligen Ladenraum, Biberhaus, um.

 Zeichnen für alle

Seit Anfang des Jahres 1998 begann sich die oben beschriebene Selbstorganisation zu entwickeln. Die Besucher und Helfer der MISSION forderten ihr Weiterbestehen auch über die Wintermonate hinaus. Nach 120 Tagen MISSION fand im Deutschen Schauspielhaus Hamburg ein großes Fest zum Winterschluss (20. März 1998) mit zahlreichen Reden und Konzerten statt, bei dem die Aktivitäten der MISSION vorgestellt, Mitglieder für den damals gegründeten Verein geworben und der "Stab" endgültig an die MISSION übergeben wurde.

Seitdem werden Arbeiten wie Erstellung des Programmes, Betreuung der Künstler, Öffentlichkeitsarbeit, Kochen und Verpflegung sowie Organisation vom Team der MISSION geleistet. Vom 19. bis 21. Juni 1998 feierte die MISSION die erste Etappe vollständiger Selbstorganisation (>MISSION-NON-STOP<) mit einem dreitägigen Programm. Dazu gehörten Lesungen wie "Der Brotladen" von Bertolt Brecht mit Rolf Becker, Michael Weber, Max Hopp, Naomi Krauss, ein Vortrag über >Privatisierung der Innenstädte<, ein Auftritt von Wilhelm Wieben mit Franz Wittenbrink am Klavier sowie Konzerte und eine Aktion von >MISSION Direkt< in der Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofes, an der sich die Besucher des Festes beteiligen konnten.

Von November 1997 bis Oktober 1998 befand sich die MISSION in einem ehemaligen Ladenraum in unmittelbarer Nähe zu Hauptbahnhof und Schauspielhaus und ist seitdem ein fester Treffpunkt sowohl für gesellschaftlich Ausgegrenzte wie Arbeitslose, Wohnungslose, DrogenbenutzerInnen als auch für KünstlerInnen und andere Interessierte geworden.

In der Sommerpause (07.06. bis 18.08.1998) fanden in der MISSION verschiedene Kunstprojekte statt, so zum Beispiel "House of Betty", ein Secondhandladen, der unter anderem die ansonsten hier kostenlos ausgegebene Kleidung als Material mit einbezog, oder die Gruppenausstellung "Echo Park" junger vorwiegend Hamburger Künstler.

Charlotte Ahrweiler nutzte abschließend vor der Wieder- eröffnung die MISSION als Atelier und Ausstellungsraum.

Genau in der Sommerpause wurde der MISSION von der Sprinkenhof AG die Kündigung ausgesprochen. Um auf die Gefährdung des Projektes aufmerksam zu machen, verlegte sich die MISSION für einen Tag mitsamt Mobiliar (Tische, Betten, Stühle), Suppenküche und Bühnenprogramm auf den Hachmannplatz.

Anfang Oktober musste die MISSION die Räume in der Ernst-Merck-Straße endgültig räumen. Ihre Habseligkeiten wurden in einem Container zwischengelagert, der vorm Haupteingang des Deutschen Schauspielhaus Hamburg aufgestellt und mit Informationen über die MISSION plakatiert wurde.

Am 01. November 1998 wurde der Container geöffnet. In einem öffentlichen Umzug mit Musik, Dach über dem Kopf und Töpfen in der Hand wurde die Konsumzone Hamburger Innenstadt durchquert und die neuen Räume besetzt.

Die Kaltmiete für die Vereinsräumlichkeiten von ehemals. € 2.200,00 pro Monat wurde ab 1999 jeweils hälftig von der Kultur- und der Sozialbehörde (BSF) der Freien und Hansestadt Hamburg getragen.

Da wir seit März 2003 keine Konzertveranstaltungen mehr abhalten durften, hatte sich die Kulturbehörde aus der Mietfinanzierung zurückgezogen.

Dank einer Vereinbarung mit unserem Vermieter, der SIM GmbH, konnten wir den Mietzins um 40 % reduzieren.

In der Kaiser-Wilhelm-Strasse entfaltete sich die Mission bis zum Jahresende 2007. Dann wurde uns jedoch die Nutzungsberechtigung nicht mehr verlängert, weil dies dem Marketing-Konzept des neuen Eigentümers widersprochen hätte. Wieder stand der Mission ein Umzug bevor.

Die Räumlichkeiten, die der Mission angeboten wurden, befanden sich in der Neustädter Strasse 31 b, also neben dem Pik As und nur wenige Meter vom alten Standplatz entfernt. Allerdings war jetzt der direkte Zugang von der Hauptstraße weg, weshalb bei Veranstaltungen keine Passanten mehr aufmerksam werden konnten und können.